Dienstag, 21. Juli 2009

Townsville - Hughenden - Mount Isa - Daly Waters

16. Juli 2009

Heute ist also Shoppingmarathon-Wiedergutmachungstag für Laila. Wir haben ihre Geduld wirklich auf eine harte Probe gestellt. Leider läuft es nicht ganz so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Als wir nämlich an besagtem Rockpool ankommen, ist da gar kein Wasser drin. Und dann fällt es mir auch wieder ein: Donnerstag ist der Pool immer wegen Reinigungsarbeiten geschlossen. Nächster Stopp ist dann der Wasserspielplatz. Eigentlich ganz cool, mit Wasserkanonen, Wssserfall und Rutsche. Und da endet dann auch der Spaß, denn Laila landet beim Rutschen voll auf dem Steißbein und hat dann auch keine Lust mehr. O.k., dann also zum Imax. Leider läuft da gerade seit einer halben Stunde die letzte Vorstellung für den heutigen Tag. Was sind das denn für Öffnungszeiten? Es ist gerade mal 15.15 Uhr. Damit die Enttäuschung nicht zu groß ist, spendieren wir einen Besuch im Aquarium und das ist das erste Mal heute auch tatsächlich ein Erfolg. Dort ist quasi das Great Barrier Reef nachgebildet und es gibt Haie, Rochen, Schildkröten und viele bunte Fische zu sehen. Super toll! Der nächste Reinfall folgt dann allerdings mit dem 10 $ Austern-Special –die schleimigsten Dinger, die ich je gegessen habe. Brrrhhhh!!! Zum Schluss landen wir dann noch im Benny’s – demselben Restaurant, in dem wir schon vor 10 Jahren gegessen haben und essen dort endlich das, was wir dort damals fälschlicherweise nicht bestellt haben – und wahrscheinlich wäre es wohl damals besser gewesen!



17. Juli 2009

Das war also Townsville. Mich erinnert es Oberhausen: die Shoppingmalls sind so voll wie das Centro am Samstag vor Heiligabend und die Innenstadt ist so tot wie die Oberhausener Fußgängerzone! Jetzt wird es also ernst. Heute liegen die ersten 380 km Outback vor uns. Dazu muss man sagen, dass unser Van kein Porsche ist und die Strassen nicht die A1. Man muss also deutlich mehr Zeit einplanen, als man es so gewohnt ist. Außerdem kommen wir auch mal wieder nicht so früh los wie geplant, weil wir noch die letzten – also jetzt aber wirklich letzten! – Einkäufe erledigen müssen. Wir machen einen kurzen Boxenstopp in Charters Towers – auch genannt: The World, weil es dort angeblich alles geben soll :-) - und kommen schon fast im Dunkeln in Hughenden (keine Ahnung wie man das ausspricht!) an. Fahren im Dunkeln ist hier ein absolutes DON’T und bei der Anzahl an toten Kängurus und Kühen an und auf der Strasse durchaus nachvollziehbar!


18. Juli 2009

Dieser Tag dürfte wohl als der schwarze Samstag in unsere Australienchronik eingehen! Es fängt damit an, dass wir uns nachts den A…. abfrieren. Eigentlich dachten wir, das hätten wir jetzt hinter uns, aber eigentlich kennt man das auch aus jedem drittklassigen Wüstenfilm, dass es in der dort tagsüber heiß und nachts kalt ist. Und was ist das Outback wohl??? Wir sind der halbwegs motivierten Verkäuferin im Campingladen – in der ansonsten vorherrschenden australischen Dienstleistungswüste - im Nachhinein sehr dankbar, dass sie uns davor bewahrt hat die 20 $ Schlafsäcke zu kaufen. Dann geht es los – erstmal tanken. Dabei stellt Stefan fest, dass er beim letzten Tankstopp – vor 300 km – wohl den Tankdeckel vergessen hat. Es soll aber angeblich provisorische Plastikkappen geben – nur nicht in Hughenden. Dort sind sie nämlich überall aus verkauft – offenbar ist Stefan wohl nicht der einzige, dem das passiert! Ein freundlicher Tankwart hat aber noch einen gebrauchten Nissantankdeckel in der Schublade, den er uns für günstige 20 $ überlässt. Der passt auch wunderbar, lässt sich nur leider nach dem Tanken ohne den passenden Nissanschlüssel nicht mehr öffnen. Die 2000 km bis Darwin sind allerdings auch bei benzinsparender Fahrweise kaum ohne weiteres Auftanken zu schaffen. Da ist guter Rat teuer und dass heute Samstag ist macht es in dem gottverlassenen Kaff Hughenden auch nicht gerade leichter. Schließlich bekommen wir die Adresse von irgendeinem Wunderschrauber, der dann gar nicht so wundervoll den Tankdeckel aufsägt. Das kostet uns noch mal 20$ und damit sind wir wieder so weit wie am Anfang! Dann geht’s aber wirklich los, schließlich haben wir heute noch 500 km vor der Brust bis Mount Isa. Den ersten Stopp machen wir schon in Richmond. Dort gibt es versteinerte Saurier-Skelette zu sehen und wir wundern uns, wie diese wohl in den riesigen Flächen aus Staub und Stein jemals entdeckt werden konnten. Die Ausstellung ist allerdings für so ein Provinznest ausgesprochen sehenswert. Als wir weiterfahren, erfahren wir dann endlich, wofür das Gitter vor dem unteren Teil der Scheibe ist. Ganze Heuschreckenschwärme zerschellen an dem Gitter. Es gibt allerdings auch einige Überlebende, die nach 50 Kilometern bei 100 km/h plötzlich wieder zu Bewusstsein kommen und davonfliegen. Der Rest wird an der Raststätte von Vögeln abgepickt wie Laila entdeckt. Quasi Essen auf Rädern! Ca. 200 km vorm Ziel trifft dann ein, von einem entgegenkommenden LKW hochgeschleuderter Stein, unsere gerade reparierte Windschutzscheibe – natürlich genau 2 cm über besagtem Gitter! Da haben die Holländer ohne Pannen ganz Australien mit dem Van umrundet und wir haben schon nach 1000 km keinen Tankdeckel mehr und ein Loch in der Scheibe!


19. Juli 2009

Die Nacht war noch kälter als die vorangegangene und wir kramen unsere Thermohemden und Winterjacken wieder raus. Erster Tagesord- nungspunkt ist heute die Reparatur der Windschutz- scheibe. Dummerweise ist heute Sonntag, was beim 24 Stunden Service gleich mal einen Sonntagszuschlag von 100 $ bedeutet und außerdem ist die Scheibe auch nicht auf Lager. So beschließen wir nach einer kurzen fachmännischen Überprüfung des Steinschlags, das Loch Loch sein zu lassen und so weiter zu fahren. Wir fahren noch kurz durch die Mount Isa – und wieder muss ich an Oberhausen denken (siehe Foto – rauchende Schlote). Dann haben wir mit Abstand die ödeste Strecke der ganzen Tour vor uns. Die einzige Abwechslung bieten die verschiedenen Formen der Termitenhügel, der unterschiedliche Verwesungsgrad der toten Kängurus und gelegentliche Überholmanöver von Roadtrains (LKW’s mit 2 oder mehr Anhängern) – Sonntags- fahrverbot kennen die hier leider nicht. Ungünstiger- weise muss Laila jedes Mal, wenn wir gerade alle Roadtrain überholt haben, pischern und währendessen ziehen alle wieder fröhlich an uns vorbei. Ungünstigerweise kann Stefan einem toten Känguru auf der Strasse nicht mehr ausweichen, was uns dann noch tagelang einen üblen Gestank beschert. Gottseidank riecht man es aber nur draußen. Wir haben jetzt Queensland verlassen und sind im Northern Territory. Heute stoppen wir nach 450 km in Barkly Homestead – ein roter, staubiger Platz. Unsere Füße sehen chronisch aus wie die von Boris Becker nach 5 Sätzen bei den French Open und sind auch mit exzessivem Duschen nicht mehr sauber zu kriegen.


20. Juli 2009

On the road again! Heute haben wir die letzte große Etappe vor uns. Nachdem wir fast 1600 km immer gen Westen gefahren sind, geht es jetzt ab Tennent Creek endlich mal in eine andere Richtung – nämlich nach Norden. Das ist aber auch so ziemlich die einzige Abwechslung. Bis wir dann am Daly Waters Pub Caravan Park ankommen. Leider bekommt der Typ vor uns den letzten Platz mit Stromanschluss. Das ist aber auch das letzte Pech an diesem Tag. Wir stürmen gleich in den völlig abgefahrenen Pub, wo wir dann die australische Variante der Happy Hour kennenlernen: Toss a coin! Gewinnt man, sind die Getränke umsonst. Das beschert uns schon mal 3 Gratisrunden Bier und damit ist auch klar, dass das Kochen heute ausfallen muss. Wir bestellen uns was vom Grill, Pommes und Burger und ein paar weitere Biere ;-) Ein australischer Barde mit Vogelkäfig und 2 Hühnern auf dem Kopf sorgt für Unterhaltung mit Gesang und Anekdoten und der Pub füllt sich langsam bis auf den letzten Platz – hauptsächlich allerdings mit den berüchtigten ‚Grey Nomads’. Das sind australische Rentner, die in ihrem Mega-Wohnwagen oder Wohnmobilen durch Australien ziehen. Unsere Strecke scheint dabei eine der beliebteren zu sein. Die typischen Backpacker-Campervans trifft man hier kaum noch – die schlagen sich wohl alle eher die Ostküste entlang – da gibt es auch mehr Werkstätten. Als großes Abenteuer können wir das also nicht verkaufen – dafür müssen wir dann wohl mal durch einen krokodilverseuchten Fluss schwimmen... Keine Angst Mama, war nur Spaß :-)

1 Kommentar:

Michael hat gesagt…

Susan, Deine Schreibe wird immer besser! Ich könnt' mich wegschmeißen :-))

/Michael