Dienstag, 31. Oktober 2017

San Diego und New York - das Finale

Wir erreichen San Diego am frühen Nachmittag und stoppen an einem der zahlreichen Strände nördlich der Stadt. Es wimmelt dort nur so von Surfern und es gibt sogar Warnschilder an der Straße dafür.
Surfers Crossing
Unser Hotel liegt zentral zwischen City und Flughafen und das Zimmer ist erfreulich groß und nett und es gibt auf jeder Etage eine Laundry, denn mir gehen die Unterhosen aus. Nachdem wir eine Weile gechillt haben, bestellen wir uns einen Uber und fahren zum Old Town, dem mexikanisch gesprägten Teil von San Diego, um dort - na, was wohl - natürlich mexikanisch zu essen. Das Restaurant ist riesig und so ist auch der Margarita, den wir uns bestellen. Nach dem feisten Essen sind wir schließlich so müde, dass wir nur noch in den Uber und ins Bett fallen können.
Der Zoo in San Diego gilt als einer der besten der Welt und so müssen wir am nächsten Morgen da wohl hin.
Blick auf Mexiko
Die Temperaturen erreichen gegen 11.00 Uhr schon über 30 Grad Celsius - für diese Jahreszeit auch eher ungewöhnlich hier - und wir sind froh, dass es viele schattige Wege im Zoo gibt. Nach der initialen Bustour durch den Zoo, um einen Überblick zu bekommen, wandern wir zu Fuß durch die verschiedenen Kontinente. Aber ich muss sagen, dass mir der Zoo in Duisburg mit seinen großzügig angelegten offenen Gehegen deutlich besser gefallen hat. Zwar ist es toll, dass dank des Klimas alles so üppig grünt und blüht, aber die Gehege sind größtenteils doch sehr klein wie es in den Zoos früher üblich war. Die Hitze ist irgendwann unerträglich und wir haben keine Lust mehr, so dass wir uns auf den Weg zum Strand machen.
Seebrücke Imperial Beach


Der Ort heißt Imperial Beach und liegt direkt an der mexikanischen Grenze, was man alleine schon daran erkennt, dass kontinuierlich zwei Hubschrauber über dem Grenzstreifen und dem Meer kreisen. Darüber hinaus steht jedes zweite Haus zum Verkauf und es lungern viele verwahrloste Typen an Straßen und Plätzen herum. Der Strand selber zieht sich endlos hin und in der Ferne sieht man die Ausläufer von Tijuana. Wir fragen uns, ob man von Mexico hier rüber schwimmen kann, aber Wellen, Strömung und kreisende Hubschrauber lassen das nicht als sehr wahrscheinlich erscheinen.
Old Town San Diego
Wir haben genug und fahren nach Coronado, auf einer Halbinsel gelegen und bekannt durch das Hotel del Coronado, das durch seine prominenten Gäste und als Filmset berühmt wurde. Das spiegelt sich wohl auch in den Preisen wieder, denn das Bier kostet stolze 11$, aber der Sonnenuntergang ist wirklich toll. Essen gehen wir anschließend woanders. Im Gas Lamp District gibt es eine reichhaltige Auswahl an Restaurant, wir stolpern gleich am Anfang über ein griechisch-armenisches Fusion Restaurant: Meze auf griechisch. Sehr stylischer Laden und sehr lecker! Würde bestimmt auch bei uns gut ankommen.
Brooklyn Bridge
Am nächsten Morgen ist erstmal Waschtag, danach geht es Richtung Old Town, wo man sich die historischen Gebäude des früheren San Diego anschauen kann. Es ist unglaublich heiß, aber bevor wir in Richtung Strand fahren, müssen wir noch in die City um Schuhe zu kaufen. Und diesmal ist es leider wirklich ein MUSS. Aus unerfindlichen Gründen ist mein zweiter Nikeschuh verschwunden. Er muss irgendwie aus dem Auto gefallen sein und New York in Flipflops zu erkunden, scheint mir keine echte Alternative. Die Innenstadt rund um das Horton Plaza ist wie ausgestorben. Es lungern überall ziemlich abgerockte Typen rum, aber sonst ist nichts los. Wir fragen uns, ob das nur an der Hitze liegen kann. Schließlich habe ich wieder zwei Schuhe und wir fahren zum Mission Beach. Die Parkplatzsuche gestaltet sich mehr als schwierig und als wir endlich am Strand ankommen, ist die Sonne schon fast untergegangen und es zieht ein eiskalter Nebel auf, so dass uns die Lust auf ein Bad schnell vergeht. Wir essen noch etwas und dann bleibt nur noch der Weg zurück ins Hotel und Rucksäcke packen. Wie bei so vielen unserer Stopps hätten wir auch in San Diego gerne noch ein paar Tage länger verbracht.
One World Trade Center
Morgens um vier Uhr schmeißt der Wecker uns auch schon wieder aus dem Bett, denn bereits um 6:25 Uhr geht unser Flug nach Newark. Mit fünf Stunden Flugzeit und drei Stunden Zeitverschiebung kommen wir trotzdem erst nachmittags in New York an und sind so geschafft, dass es nur noch für einen Snack und einen gestreamten Film reicht bevor wir entschlummern und fast sogar noch das Frühstück verschlafen. Wir treffen uns mit Freunden in unserem Hotel und beschließen das schöne Wetter zu nutzen und über die Brooklyn Bridge zu spazieren. Leider kein Geheimtipp, sondern mehr eine Völkerwanderung, aber trotzdem ein toller Ausblick auf die Skyline und die Brücke. Wir nehmen die Metro zurück nach Chinatown, essen in Little Italy und versuchen dann eine Fähre nach Staten Island zu bekommen, wofür es leider schon zu spät ist. Auch die Schlange am One World Trade Center ist uns zu lang und so begnügen wir uns mit dem 9/11 Memorial und Museum. Vom Timesquare kämpfen wir uns durch  Menschenmassen durch zum Rockefeller Center, aber auch hier bekommen wir keinen zeitnahen Slot und buchen einen für den nächsten Tag. Ziemlich angenervt kämpfen wir uns weiter voran, treffen uns erneut mit unseren Freunden zum Essen auf einem Food Market und ein Bier im Pub, schaffen es dann immerhin noch auf das Empire State Building, vor dem wir noch zufällig andere Freunde treffen, mit denen wir am nächsten Tag verabredet sind. New York ist doch ein Dorf :-)
New York bei Nacht
Schließlich versuchen wir mit der Metro zurück zum Hotel zu gelangen. Ein absolutes Desaster! Wir warten eine halbe Ewigkeit, um dann festzustellen, dass unsere Bahn gar nicht mehr fährt und nehmen schließlich ein Taxi. New York hat uns irgendwie nicht lieb! Am Samstagnorgen treffen wir uns dann mit der ganzen Truppe am Rockefeller Center und trinken auf der öffentlichen Dachterrasse des Trump Towers zusammen einen Starbucks Kaffee, bevor wir uns (allerdings vorrangig der weibliche Teil) dann gemeinsam die 5th Avenue entlang shoppen. Stefan klinkt sich aus und unternimmt mit den übrigen Shoppingmüden eine Männertour zu den Sauriern im Natural History Museum. Schließlich ist es Zeit für unseren Besuch des Rockefeller Centers.
New York Stock Exchange
Wenn man glaubt, dass es schnell geht, wenn man eine Zeit gebucht, so ist das ein kompletter Irrglaube. Wir bringen Schlange um Schlange hinter uns und sind schon kurz davor die ganze Aktion abzubrechen, halten aber doch durch und letztendlich lohnt sich wenigstens der Ausblick. Es ist warm, trocken und die Sicht ist gut. Das ändert sich nämlich schlagartig am nächsten Morgen. Es schüttet aus Eimern als müssten wir das ganze schlechte Wetter nachholen, das wir in den letzten Wochen verpasst haben. Wir besorgen uns Karten für eine Bustour und laufen von dort zum Museum of Modern Art. Ein riesiger Fehler! In meinem ganzen Leben bin ich noch nicht so nass geworden. Die Gelsohlen meiner neuen Schuhe sind wie Schwämme (da wären die Flipflops tatsächlich besser geeignet gewesen), meine Jacke, Hose, Pulli sind komplett durchweicht und ich friere. Aber wir haben beschlossen, dass wir das jetzt durchziehen und so kämpfen wir uns tapfer durch einen Teil der Ausstellung und dann durch Madame Tussauds. Als wir schließlich im Restaurant sitzen und auf unsere Bustour warten, sind immerhin die ersten Schichten unserer Klamotten wieder getrocknet. Die Bustour 'The Ride' erweist sich als ausgesprochen kurzweilig.
Flughafen Newark
Es ist eine Kombination aus Sightseeing Tour, Comedy und Street Performance. Das Warten hat sich zumindest gelohnt. Tja, und dann ist es soweit. Der letzte Tag bricht an. Wir haben noch eine Bustour durch Downtown Manhattan gebucht - diesmal eine Kombination aus Sightseeing und Virtual Reality Show, spazieren noch ein bisschen durch die Wall Street und den Broadway und machen uns dann auf den Weg zum Flughafen. Dort sitze ich nun in der SAS Lounge und schreibe den letzten Post dieser Reise, aber wie immer bin ich auch diesmal sicher, dass es eine Fortsetzung geben wird. Schließlich muss ich noch Hawaii nachholen und noch ein paar weitere weiße Flecken auf meiner persönlichen Weltkarte schließen. Dann finde ich im Inflight Magazin von SAS erneut einen Artikel, der zeigt: die Skandinavier haben es einfach erkannt Das ist doch ein passender Abschlus für diesen Post und diese Reise und ein weiterer Grund in absehbarer Zeit wieder loszuziehen.


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