Dienstag, 24. Oktober 2017

Grand Cayon, Joshua Tree und Palm Springs

Tankstelle in Chloride
Frühmorgens verlassen wir Las Vegas. Wir haben noch eine lange Fahrt vor uns - ca. 5 Stunden bis zum Südrand des Grand Canyons. Einen kurzen Abstecher machen wir nur nach Chloride - früher eine kleine Minenstadt, heute eine skurrile Mischung aus Geisterstadt, Künstlerkolonie und Trailerpark. Unser Motel liegt in Tusayan kurz vor der Einfahrt zum Nationalpark.
Grand Canyon kurz vor Sonnenuntergang
So laden wir erst unsere Sachen ab und fahren dann weiter. Wir parken am Visitor Center und wandern von dort 2 Stunden am Rand des Grand Canyon entlang bis zur Grand Canyon Village. Anfangs ist es trotz des starken Windes noch warm, aber je tiefer die Sonne sinkt, desto kälter wird es und insbesondere Stefan und Laila, die nach Hawaii temperaturmäßig eher an 30 Grad gewöhnt sind, frieren wie die Schneider.
Motel an der Route 66
Nichtsdestotrotz ist der Grand Canyon deutlich beeindruckender als ich es mir vorgestellt hatte und wir sind im Nachhinein froh, dass wir nicht nur von Las Vegas aus den Schnelldurchgang zum Westrand gemacht haben. Leider ziehen kurz vor Sonnenuntergang Wolken auf, so dass wir nicht in den Genuss der leuchtend roten Felsen kommen, die man immer von Bildern kennt. Müde und durchgefroren machen wir uns auf den Rückweg. In der Dämmerung rennt uns leider ein Reh vors Auto, dank Stefans Ausweichmanöver kann es sich aber vermutlich nur leicht getroffen noch auf die andere Straßenseite retten und im Wald verschwinden.
Chulla Kakteen Garten
Trotzdem sind wir erstmal alle geschockt. Im Imax Kino in Tusayan schauen wir uns auf der gigantische Leinwand eine Dokumentation über den Grand Canyon an. Danach haben wir uns halbwegs von dem Schrecken erholt und haben Hunger. Der Mexikaner gegenüber unseres Motels ist gemütlich und hat leckeres Essen. Die unangenehme Überraschung kommt dann mit der Rechnung. Die Summe ist irgendeine Phantasiezahl und hat nichts mit dem zu tun, was man rausbekommt, wenn man die einzelnen Positionen addiert.
Skull Rock
Stefan sieht das sofort, beschwert sich, bekommt eine neue Phantasiesumme präsentiert, beschwert sich erneut und letztendlich zahlen wir den korrekten Betrag ohne einen Cent Trinkgeld und das sind fast 15$ weniger als zuerst berechnet. Wir sind uns 100% sicher, dass das kein Versehen war, denn auch unsere Tischnachbarn wundern sich über die Rechnung, beschweren sich aber nicht und zahlen am Ende den Betrag. Am nächsten Morgen wollen wir den Grand Canyon auch nochmal von unten sehen. Es gibt einen moderaten Track, der  2-4 Stunden dauern soll. Wir brauchen am Ende nur 1 1/2 Stunden. Die amerikanischen Zeitangaben sind offenbar sehr großzügig bemessen. O.k., wenn man sieht, was sich da alles den Canyon rauf und runter quält, sind auch vielleicht eher wir die Ausnahme. Zum Fuß des Canyons kommen wir allerdings auch nicht - so viel Zeit (und ehrlichgesagt auch Lust (gilt zumindest für Laila und mich)) haben wir auch nicht, denn wir wollen noch die Tour am Rand entlang zum Hermit's Rest machen und müssen anschließend noch ein paar Stunden bis Kingman fahren, wo einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Joshua Tree Nationalpark einlegen.
See am Barker Damm
Wieder obenangekommen gönnen uns zur Belohnung ein riesiges Eis, machen ein paar Fotostopps mit dem Shuttlebus zum Hermit's Rest und auf geht's. Das Motel in Kingman ist eine positive Überraschung. Es liegt an der Route 66 - so haben wir das auch gleich noch abgehakt - und ein klassisches Diner ist direkt mit angeschlossen, wofür wir sogar noch einen Gutschein für Chicken Wings bekommen. Das Bier kostet nur erfreuliche 4,50$ und es gibt dort endlich mal ein vernünftiges Frühstück. Was braucht man mehr! Gestärkt geht es los zum Joshua Tree National Park. Gegen Mittag kommen wir hungrig dort an und picknicken in der Nähe des Arch Rocks, den sie so gut versteckt haben, das Stefan und ich geradewegs vorbeilaufen, auf Grund der Hitze keine Lust haben weiterzusuchen.
Palm Springs von oben
Laila zieht nochmal auf eigene Faust los, um ein Foto davon zu ergattern, was zu einer kleinen Familienkrise führt, weil ich stinksauer bin, dass sie einfach verschwindet und auf mein Rufen überhaupt nicht reagiert. In der Wildnis mit Klapperschlangen, Dingos, Taranteln und sonstigem Getier kommen einem ja gleich - Hollywood sei dank - sämtliche Horrorszenarien in den Sinn. Nachdem der Familienfrieden wiederhergestellt ist fahren wir weiter zum Chulla Cactus Garden, einer riesigen Fläche bewachsen mit eben diesen blühenden Chulla Kakteen.
Grand Canyon Tag 1
Das sieht schon abgefahren aus insbesondere vor den dunklen, kargen Bergen im Hintergrund. Dann geht's zurück und zum Skull Rock, einem Felsen, naja...wie soll er schon aussehen? Der anschließenden Keys View ist nicht übermäßig aufregend, aber wir hatten wahrscheinlich in letzter Zeit zu viele Aussichten der Superlative. Toll ist dagegen das Hidden Valley mit seiner für die Wüste ziemlich üppigen Vegetation und den das Tal umschließenden Felsformationen. Und auch der Barker Dam ist nett, mit einen idyllischen, spiegelglatten See, in dem sich Berge und Bäume spiegeln und der offenbar auch gerne Brautpaaren für Fotoshootings dient. Dann ist das Kapitel Nationalparks abgeschlossen. Wir steuern Palm Springs an, kehren dort abends zur Abwechslung mal wieder bei einem Italiener ein und nach einem morgendlichen Bad im Pool und einem, auf Grund der Hitze nur kurzen Abstecher in die City von Palm Springs geht dann auf zur vorletzten Etappe nach San Diego.

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