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Bewegendes Hiroshima
Der Freitag
ist ein harter Brocken. Wir stehen früh auf und erreichen nach einer
zweistündigen Zugfahrt Hiroshima. Erstes Ziel ist der A-Bomb Dome: das Gebäude,
über dem in 600 Metern Höhe die Atombombe explodierte und welches
erstaunlicherweise nicht komplett in Schutt und Asche gelegt wurde so wie der Rest
der Stadt. Es wurde als Denkmal erhalten und zählt mittlerweile zum UNESCO
Weltkulturerbe.
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| A-Bomb Dome |
Durch den Peace Memorial Park gelangen wir ins Peace Memorial
Museum. Der Haupttrakt wird im Moment leider renoviert, aber die wichtigsten
Teile wurden ins Nebengebäude verlagert und dort verbringen wir schließlich mehrere
Stunden. Das Museum ist super gemacht. Unter einer großen Glaskuppel wird das
Geschehen des 6. Augusts 1945 sehr anschaulich simuliert, die politische und
geschichtliche Entwicklung die zum Abwurf der Atombomben führte, wird erläutert
sowie die wissenschaftliche Funktionsweise von Atombomben mit all ihren Folgen.
Dazwischen gibt es Stationen mit Videoberichten von Überlebenden. Am bewegendsten
ist aber der letzte Bereich, in dem Kleidungsstücke und Gegenstände ausgestellt
sind, die der Bombe ausgesetzt waren.
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| Dreirad nach der Bombe |
Dazu werden die Geschichten der Menschen
dazu - teils von den Angehörigen - erzählt. Ich habe einen riesigen Kloß im
Hals und neben mir steht eine Frau, die weint. Es ist so unvorstellbar, was für
einen Grauen das gewesen sein muss und in Anbetracht der ganzen Irren in dieser
Welt kann einem Angst und Bange werden, dass mal einer davon auf die Idee kommen könnte, eine Atombombe zu zünden.
Das war echt
schwere Kost und wir müssen erstmal raus an die Luft. Wir spazieren noch zum
Hiroshima Castle, aber keiner von uns ist mehr in der Stimmung noch irgendwas
anzuschauen und so machen wir uns vorzeitig auf den Weg zum Bahnhof, um einen
früheren Zug zu nehmen.
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| Bahnhof Kyoto |
So, und jetzt wird es auch wieder etwas spaßiger J, denn wir müssen schmerzlich
erfahren, dass es in Japan offenbar solche und solche Züge gibt. Eigentlich
gehen wir davon aus, dass unser Zug stündlich fährt und tatsächlich gibt es
auch einen passenden. Wir fahren los, aber bereits nach zehn Minuten halten wir
wieder und bleiben weitere zehn Minuten im Bahnhof stehen. Das Spiel wiederholt
sich diverse Male, aber da sämtlich Durchsagen nur in Japanisch sind, haben wir
keine Ahnung, was los ist. Nach zwei Stunden, in denen wir unserem Ziel nur
unwesentlich näher gekommen sind, machen wir uns auf die Suche nach dem
Schaffner. Der bestätigt uns, dass das alles seine Richtigkeit hat und wir noch
weitere zwei Stunden brauchen und es von da, wo wir gerade sind auch keine
schnellere Alternative gibt. Wir machen das Beste draus – schließlich sind wir Schlimmeres
gewohnt, kaufen am Bahnsteig ein paar Bier und was zu Essen und schauen auf dem
IPad unsere Serie weiter. Fürs nächste Mal wissen wir es besser: Aufgepasst bei
der Zugwahl!
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| Treppen im Bahnhof |
Und ein Gutes
hatte das Ganze dann doch noch. Dadurch, dass wir so spät und ausgehungert
ankommen, erkunden wir noch den futuristischen Bahnhof von Kyoto auf der Suche
nach einem Restaurant. Das Gebäude ist der Hammer: ein riesiges Kuppeldach
schwebt in schwindelerregender Höhe über dem Bahnhof und man kommt über offene
Rolltreppen und Treppen bis in den 11. Stock, von wo man eine geniale Aussicht
über die beleuchtet Stadt hat. Ein schönes Ende für einen sehr bewegenden Tag.
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