Erst wollten die Chinesen uns nicht rein lassen und haben
uns stundenlang auf dem Flughafen in Hongkong schmoren lassen, jetzt wollen sie
uns anscheinend nicht wieder gehen lassen. Obwohl wir entgegen sonstiger
Gewohnheit mehr als genug Zeit eingeplant haben und sogar schon vorm Öffnen des
Check-In Schalters in der Schlange stehen, bleibt uns am Ende nur noch genug
Zeit völlig ausgehungert einen schnellen Burger beim KFC zu essen. Wir müssen
durch unzählige Kontrollen – Boarding Pass, Reisepass, Reisepass und
Boardingpass, Sicherheitskontrolle und das jeweils verbunden mit endlosen
Schlangen und etlichen Stempeln. Das scheint selbst den Chinesen zu viel zu
sein, denn die Stimmung ist schon fast aggressiv als sich eine Familie beim
Versuch ihren bereits boardenden Flug noch zu erreichen nach vorne durchkämpfen
will.
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| Zug nach Takayama |
Dann die Erlösung: Ein nagelneuer JAL Flieger, eine freundliche, japanische
Stewardess, ein Upgrade in die Premium Economy und nur die permanenten Rotzgeräusche des chinesischen Mitpassagiers erinnern noch an die letzten 9
Tage im Land der Smartphonesüchtigen. Brot und Spiele im 21st Jahrhundert: dank Smartphone und Billigflatrate kein Problem mehr im Reich der Mitte die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ich glaube nicht, dass ich sobald hierher zurückkehren
werde. Hongkong: immer wieder, aber Mainland China nein danke.
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| Frühstück mit Bergblick |
Nach einer kurzen Nacht in der Nähe des Flughafens Haneda,
organiseren wir unsere Japan Railway Passes und machen uns auf den Weg nach
Takayama, einem kleinen Ort in den Bergen. Bis Nagoya, wo wir umsteigen müssen
läuft alles reibungslos. Nichts mit ‚Lost in Translation‘. Wir feiern uns schon
insgeheim als dann der Anschlusszug gecancelt wird und wir planlos am Bahnhof
rumirren bis wir den Schalter finden, wo wir eine neue Reservierung für einen
anderen Zug bekommen. Der soll 2 Stunden später gehen, fährt am Ende auch nicht
und wir warten eine weitere Stunde am schwülwarmen Gleis bis endlich ein Zug
kommt. Der Weg nach Takayama entschädigt dann aber bereits für die Warterei.
Wir fahren durch grüne Berg- und Flusslandschaften und nach der verpesteten
Luft in China, habe ich endlich wieder das Gefühl auch mal tief einatmen zu
dürfen. Unser Hostel ist großartig - auch wenn man sich erstmal daran gewöhnen
muss ständig die Schuhe auszuziehen - und nach 2 Wochen im Hotel ist es sogar nett,
sein Frühstück selber zu machen.
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| Takayama |
Unsere Weiterfahrt ist erst am Nachmittag und
wir haben noch ausreichend Zeit Takayama zu durchstreifen. Die kleinen Straßen
und alten Häuser sind hübsch und ich vermute, dass es nicht nur daran liegt,
dass Samstag ist, dass es hier sehr ruhig und beschaulich zugeht. Bis auf
wenige Ausnahmen findet man nicht viel in Englisch, das gilt auch für das
Essen. So bleibt also nur die Sachen zu probieren und wir werden nur positiv
überrascht. Auch wenn ich nicht in Kürze beschreiben kann, was wir alles gegessen
haben. Absoluter Hit ist allerdings das Hida Beef, vermutlich der kleine Bruder des Kobe
Rinds und ähnlich teuer, aber unglaublich lecker, wenn auch nur in kleinen
Mengen bezahlbar.
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| Fast zu schade zum Trinken |
Das letzte Highlight des Tages ist die Sushi Bar in Kanazawa,
wo wir zwischenzeitlich gelandet sind – ein Tipp unserer Hostel Rezeptionistin.
Ein winziger Laden, abseits gelegen, aber mit hervorragendem Sushi, einer
Mischung aus japanischen, amerikanischen und spanischen Gästen und für deutsche
Verhältnisse unglaublich günstigen Preisen.
Insgesamt habe ich festgestellt, dass wir alle viel
entspannter sind seit wir in Japan sind. Irgendwie hat jetzt der Urlaub richtig begonnen.
1 Kommentar:
Hello Kitty ;)
Gruß aus Hamburg
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