Montag, 28. August 2017

Kyoto und Kamakura


Der letzte volle Tag in Kyoto ist angebrochen und es gibt noch viele Spots auf der Tourimap, die wir noch nicht gesehen haben. Prio 1 sind die roten Tore in Inari. Aufgrund anhaltender technischer Herausforderungen mit Lailas Blog, verdaddeln wir den gesamten Vormittag im Hotel bis endlich die letzten Posts veröffentlicht sind. Jetzt gibt es auch wieder Reiseberichte aus Lailas Sicht unter

Mit dem Zug fahren wir nach Inari zum Fushimi-Inari Taisha Schreinkomplex und direkt an der Bahnstation geht es auch schon los: Tempel, Tore, Touristen und alle auf der Jagd nach dem perfekten Foto – nämlich alleine zwischen den orangen Schreintoren.
Die ersten 100 Meter
 
Nach 2 km
Schnappschuss
Natürlich schier unmöglich in Anbetracht der Massen, die sich hier vorwärts schieben. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass man nur etwas Durchhaltevermögen haben muss, denn im Allgemeinen sind die meisten chinesischen Touristen nur auf der Jagd nach dem schnellen Foto. Der Weg ist 4 km lang und mindestens die Hälfte davon bergauf. Da ist klar, dass sich die Massen ausdünnen werden. Wir sehen das als sportliche Herausforderung an und genießen die Wanderung durch den dschungelartigen Wald. Und kommen nebenbei auch noch zu den begehrten Fotos – auch wenn Laila ausgesprochen unzufrieden mit den Ergebnissen ist.
Ich habe ehrlichgesagt nicht verstanden, was die Anforderungen an das perfekte Foto sind und warum man sich immer erst in eine bestimmte Pose bringen muss. Schnappschüsse sind offenbar oldschool und nicht mehr erwünscht. Ich finde sie trotzdem gut. Da die ganze Tour ziemlich lange dauert und wir komplett durchgeschwitzt sind, bleibt nur der Rückweg ins Hotel, eine Dusche und schließlich ein letzter Restaurantbesuch in Kyoto.
Die Idee ist, eins der Restaurants am Fluss im Viertel Ponto-cho zu besuchen. Dabei haben wir nicht berücksichtigt, dass am Samstagabend neben den Touristen auch noch halb Kyoto auf den Beinen ist und ein Tisch auf einer der Terrassen auf der Flussseite entweder nicht verfügbar oder nicht bezahlbar ist. Wir entscheiden, dass der Ausblick überbewertet ist und legen uns auf der anderen Straßenseite ohne Sicht 500 g bestes japanisches Rindfleisch für einen fairen Preis auf den Grill. Ein guter Abschlussabend für eine tolle Stadt.

Bevor wir uns letztendlich der Herausforderung Tokio stellen, legen wir noch einen Zwischenstopp im Kamakura ein, was für die Tokioter vermutlich sowas wie Scharbeutz für die Hamburger ist. Es liegt 50 km außerhalb von Tokio am Meer und hat ein paar mehr oder weniger zugebaute Strände.
Strand in Kamakura
Aber es ist schön wieder am Meer zu sein und unser Hostel ist auch dieses Mal wieder ein Hammer: 100 m vom Strand gelegen, eigentlich mal als Konferenzhotel gebaut – besser geht es kaum. Abends geht am Strand allerdings die Party ab und uns torkeln mehrfach komplett volltrunkene Asiatinnen entgegen – da kann ich jetzt auch nicht mehr sagen, ob japanisch oder chinesisch. Die hohen Schuhe machen es auf jeden Fall nicht einfacher, sich auf den Beinen zu halten. Da vermutlich am nächsten Morgen alle ihren Rausch ausschlafen, sind wir am Strand ziemlich alleine und nehmen ein Bad im japanischen Meer. Die Freude währt dann allerdings nur kurz – insbesondere für Laila. Sie wird von einer Qualle und irgendwas anderem erwischt und hat an beiden Beinen riesige rote Striemen und Quaddeln.
Kotoku-in Buddha
Die Lust am Baden ist uns vergangen und so gehen wir zum Italiener essen, besichtigen noch ein paar Tempel und eine Buddhastatue und steigen dann in den Zug, der uns in Richtung unserer letzten Japanetappe nach Tokio bringt.

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